7 Tipps für die Kundenbeziehung von Architekt und Bauherr

09. May 2019
Autor: Dominik Kraatz

Unterhalten sich ein Architekt und ein Bauherr…“ was wie ein Witz beginnt, entpuppt sich oft als weniger lustige Realität und ist geprägt von Missverständnissen und Irritation. Während Du, als Architekt einen Bauplan nur kurz anschauen musst, um eine konkrete Vorstellung des Gebäudes zu bekommen, sieht der Laie nur Striche, Zahlen und schraffierte Flächen. Diese Diskrepanz sorgt für blanke Nerven, frustrierende Ergebnisse und nicht selten für unnötige Mehrkosten.

Um dennoch eine reibungslose Kommunikation zu erreichen, möchten wir Dir 7 Tipps an die Hand geben:

  • Lerne die Wünsche des Kunden kennen
  • Mache den Bauprozess transparent
  • Wähle eine einfache Sprache
  • Binde den Bauherren aktiv ein
  • Teile dein Wissen
  • Gib Zwischeninfos zum Projekt
  • Nutze 3D-Visualisierung

1.      Lerne die Wünsche des Kunden kennen

Jeder Architekt möchte am liebsten kreativ sein und gleich loslegen, wenn der Vertrag für das Bauprojekt unterschrieben ist. Obwohl der Wunsch verständlich ist, steigt bei der schnellen Planung jedoch das Risiko der Fehlplanung. Diese Frustration auf beiden Seiten lässt sich verringern, indem man sich erst einmal näher kennen lernt und auch jenseits des eigentlichen Bauvorhabens Interessen und Präferenzen herausfindet. Ist der Bauherr sehr naturverbunden, auch wenn er Stahl und Beton für das Haus aussucht? Möchte er kuschelig kleine Räume und verwinkelte Ecken, mag ansonsten aber die Weite des Meeres und die hohen Decken der Gründerzeithäuser? Diese Informationen helfen, den Kunden besser einzuschätzen und seine geäußerten Vorlieben besser einzuordnen. Nehmen Du und dein Kunde sich die Zeit, einander besser kennen zu lernen und gezielt Fragen zu stellen, legt ihr einen soliden Grundstein für das gemeinsame Projekt.  

2.      Mache den Bauprozess transparent

Rund 79% aller Gebäude in Deutschland, sind laut statistischem Bundesamt 2017 durch private Haushalte gebaut worden. Es ist leicht vorstellbar, dass der überwiegende Teil dieser Bauherren noch nie vorher einen Bauprozess erlebt hat. Aus dem Grund kann es sehr nützlich sein, wenn Du als Architekt, die einzelnen Schritte im Prozess erläuterst und klar machst, welche Verantwortung bei wem liegt. Besonders die Pflichten, Rechte und Aufgaben aller Beteiligten klar zu stellen, hilft Unsicherheiten während des Bauprozesses zu verhindern.  Besonders nützlich kann es sein, die Informationen als Handout dem Kunden mitzugeben. So kann er immer nachvollziehen, welche Aufgaben als nächstes kommen. Das erspart deinem Kunden und Dir letztlich einiges an Zeit.

3.      Wähle eine einfache Sprache

Wie eingangs beschrieben, sind die meisten Bauherren keine Experten. Um sich dennoch auf Augenhöhe zu begegnen, ist es sinnvoll , wenn Du eine allgemein gebräuchliche Sprache nutzt und Fachtermini vermeidest. Manchmal mag ein Fachbegriff kompetenter wirken, aber letztlich ist es wichtig, dass der Bauherr und Du die gleiche Vorstellung eines Vorhabens bekommen und Missverständnisse gar nicht erst entstehen.  

4.      Binde den Bauherren aktiv ein

Der Bauherr weiß, dass er einen Experten braucht, um sein Bauvorhaben professionell umzusetzen. Das heißt aber nicht, dass er kein Interesse daran hat, an dem Projekt mitzuwirken und seine Vorstellungen einzubringen. Mache regelmäßige Termine, damit Du und dein Bauherr gleichermaßen zu eurem Recht kommt. Dein Bauherr fühlt sich wohl, weil er eingebunden ist und Du kannst die kreative Zeit deutlich ruhiger nutzen.  

5.      Teile dein Wissen

Manchmal wird aus einem guten Projekt auf einmal eine zähe Angelegenheit. Das kann passieren, wenn der Bauherr im Laufe des Projektes auf dem gleichen Wissenslevel stehen bleibt und der Architekt die Wissenslücken mit seiner Expertise auszugleichen versucht. Der Kunde ist frustriert und fühlt sich möglicherweise sogar gegängelt. Teile dein Wissen, um dem Kunden Zusammenhänge, Begriffe oder technische Details zu verdeutlichen. Dann kann er wieder bewusst und mit Freude entscheiden.

6.      Gib  Zwischeninfos zum Projekt

Manche Architekten neigen dazu erst dann wieder Kontakt zum Kunden zu suchen, wenn der Entwurf fertig ist. Das liegt an dem Trugschluss, dass halbfertige Pläne einen schlechten Eindruck machen würden. Doch im Gegenteil: Der Kunde freut sich, wenn er beim Wachsen des Projekts dabei sein darf und zugleich können aufkommende Missverständnisse schnell ausgeräumt werden. Das spart Dir und deinem Kunden Nerven, Zeit und Geld.

7.      Nutze 3D-Visualisierung

Hand auf’s Herz: Hast Du bis hierher jedes Wort gelesen? Nein? Dann geht es dir wie den meisten Menschen, die Texte eher quer lesen. Genau so muss man sich die Informationsaufnahme auch bei den Bauherren vorstellen. Sie sehen zwar einen Bauplan, aber sie können die Feinheiten nicht erfassen. Bei einem Bild ist das anders. Das menschliche Auge kann visuelle Informationen besonders gut aufnehmen und binnen kürzester Zeit zahllose Informationen aufnehmen. Genau aus dem Grund sind Videotutorials auch so beliebt. Wenn Du deine Baupläne in 3D visualisieren, erlebt dein Kunde das Gebäude und kann deutlich besser entscheiden.


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